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Das Hosianna der Investoren |
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Samstag, 28. Juli 2007 |
Der scharfe Kursrückgang an den Finanzmärkten schüttelt die Investoren durcheinander. Wie es weiter geht, hängt nicht von den Fakten ab sondern vom Glauben.
Fast alle Fragen im Zusammenhang mit der weiteren Kursentwicklung beginnen mit der Frage „Glauben Sie, dass…“ und so ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass wir Kreditgeber als Gläubiger bezeichnen und Kreditnehmer als Schuldner. Investoren geben dann Kredit, wenn sie daran glauben, dass der Kredit auch wieder zurück bezahlt wird. Der Glaube daran war in den letzten Jahren unerschütterlich.
Grosszügig wurden Kredite verteilt an Personen, die niemals in der Lage gewesen wären, diese jemals zurück bezahlen zu können. Das Ende des Immobilienbooms in den USA war voraussehbar, doch viele wollten nicht daran glauben. Als vor mehreren Monaten die ersten Hypothekar-Institute den Bankrott ankündigten, wollten es viele noch nicht wahrhaben.
Die Fakten sprachen eine klare Sprache, doch der Glauben war stärker. Hedge-Fonds kauften die notleidenden Kredite auf, die Banken gaben den Hedge-Fonds Kredit (lat. Kredit = Vertrauen) und alle glaubten daran, dass der Boom weiter gehen würde. Inzwischen sind über hundert Hypothekar-Institute bankrott gegangen und die Krise hat auch andere Bereiche erfasst.
IHS-Chef Bernhard Felderer glaubt an ein relativ rasches Ende der US-Immobilien-Krise.
"Die Furcht, was Immobilien betrifft, sollte bis Jahresende vorbei sein", meinte der Leiter des Instituts für Höhere Studien.
An einen Crash wie im Jahr 2000 glaubt Börsenexperte Wolfgang Gerke indes nicht. Die neuesten Nachrichten aus dem Privat-Equity Segment zeigen, dass die Banken zunehmend den Glauben daran verlieren, dass die Kredite zurück bezahlt werden können. Die Risikoprämien steigen, Uebernahmen werden weniger lukrativ, die Spekulanten ziehen sich zurück.
Wie wird es nun weitergehen? Das hängt vom Glauben der Investoren ab.
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