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Cisco schockt die Anleger PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 8. November 2007
Image An den Finanzmärkten ist es wie im wahren Leben, es wird immer gerade soviel zugegeben, wie nicht mehr verheimlicht werden kann, insbesondere dann, wenn einiges auf dem Spiel steht. So dürfte auch die Bemerkung von FED-Chef Bernanke höchstens noch den Blinden die Augen geöffnet haben: „Wir gehen von einer merklichen Abschwächung des Wachstums im vierten Quartal aus.“

Danke für die Einschätzung, lieber Ben, Cisco war schneller.

Cisco, der größte Netzwerkausrüster weltweit, bestätigte die Befürchtungen, dass die Finanzkrise nicht vor der realen Wirtschaft halt macht. Der Konzern legte zwar am Mittwoch nach Börsenschluss solide Quartalszahlen vor. Schockiert zeigten sich jedoch die Händler über die Aussage von CEO John Chambers, es gebe "dramatische Rückgänge" bei den Aufträgen von US-Finanzinstituten. Dieser Kommentar zog den Technologiesektor nach unten. Intel, IBM und Hewlett Packard gehörten zu den grössten Verlierern im Dow Jones.

Ins gleiche Bild passen auch die Meldungen von den Detailhändlern. 7 von 10 Unternehmen meldeten schlechtere Verkaufszahlen wie prognostiziert. Doch Hand aufs Herz – überraschen kann dies nicht. Der Immobilienaufschwung war der Motor der amerikanischen Wirtschaft seit 2001. Es ist nur logisch, dass eine Immobilienkrise zur Motorbremse wird. Es kann doch niemand erwarten, dass Familie  Smith sich neu einkleidet, während gerade ihr Haus versteigert wird.

Wenig Erfreuliches gibt es auch vom asset-backed commercial paper Markt zu berichten. Kredite welche in spätestens 270 Tagen zurückgezahlt werden müssen und abgesichert sind durch Hypotheken, Kreditkartenrechnungen oder anderen Assets fielen um 29.5 Milliarden US$ oder 3.4 Prozent, wie die Federal Reserve verlautete. Offensichtlich will sich niemand mehr die Finger verbrennen mit Wertschriften, die den Banken Milliarden-Abschreiber verursacht haben. Der asset-backed commercial paper Markt ist nun über 13 Wochen kontinuierlich geschrumpft.

Die Gläubiger drohen den Glauben zu verlieren, die Börsenhändler aber nicht ihren Humor. Sie spotten über ihren nächsten Bonus, der so sicher sei wie das AAA-Rating einer hypothekarisch gesicherten Anleihe oder sie spekulieren über den nächsten Kassenschlager an den Kinokassen: „Liebling, ich habe meinen Bonus geschrumpft!“ „Auf jeden Fall wird Breakfast at Tiffanys ausfallen und der Audi R8 bleibt ein weiteres Jahr auf dem Wunschzettel“, meinte ein Händler trocken.

Dennoch hat der Handelstag versöhnlich geendet. Federal Reserve Chairman Bernanke schürte Spekulationen, dass er die Zinsen weiter senken wird. Was dann wohl mit dem US Dollar passiert?


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via Immobilienblasen

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